Aktuelles


Vergesst bitte die Schönheit nicht

Nichts ist wichtiger als der Erhalt unserer Umwelt! Der Klimaschutz muss Vorrang haben und jede Kommune muss alle Anstrengungen unternehmen, um die Klimaziele einzuhalten und unseren Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Das gilt auch für Konstanz! Ich glaube, diese Botschaft ist in den Köpfen der meisten Entscheidungsträger angekommen - zumindest hoffe ich das. Es ist deshalb richtig, dass der Klimadiskussion grösster Raum eingeräumt wird. Doch auch der Wohnungsbau, die Schulpolitik und die Bereitstellung von Kitaplätzen werden von kräftigen Fürsprechern vorangetrieben.

Aber bitte lassen Sie uns die Kultur und ihre Institutionen nicht vergessen. Kultur bildet das Rückgrat des menschlichen Miteinanders. Ohne sie wären wir nicht zu dem geworden, was wir heute sind. Wer an der Kultur spart oder sparen will, der schickt uns zurück in finstere Zeiten, als nur das als Kunst galt, was dem politischen System dienlich war. Zu unserer Stadtkultur gehört aber auch, dass die öffentlichen Räume gestaltet sind, dass nicht nur blosse Funktionalität herrscht. Der sorgfältige Umgang mit Plätzen und Wegen ist eine Pflichtaufgabe – Stadtraumgestaltung ist keine Lappalie! Der Mensch ist doch auch Produkt seiner Umgebung. Die Vernachlässigung der Kulturinstitutionen, der freien Kultur und verwahrloster Stadtraum erschweren Menschwerdung in einem humanistischen Sinn. Diese war und ist jedoch immer unser aller Ziel war und ist. Wir müssen weiter darum kämpfen, dass auch der Rahmen, in dem wir den Kampf für die Zukunft unserer Kinder ausführen, ein menschlich qualitätsvoller ist, sonst wird eine erlebbare Zukunft keine lebenswerte.

Anselm Venedey Stadtrat FW

 

Challenge Verkehr Innenstadt

Das Jahr geht zu Ende und die politische Arbeit kommt zur Ruhe. Viele Themen haben uns in diesem Jahr beschäftigt und werden uns auch im kommenden Jahr wieder vor neue Herausforderungen stellen. Die Arbeit im Gemeinderat ist und bleibt spannend, nicht zuletzt wegen anhaltender Diskussion um die Klima- u. Verkehrspolitik in der Innenstadt. Getrieben vom geliebten und verhassten Einkaufstourist müssen wir eine gesunde Lösung finden für die Menschen, und zwar für alle: Anwohner, Berufstätige, Lieferanten, Gewerbetreibende und die, die in der schönsten Stadt am Bodensee zu Besuch sind. Zu einfach wäre ein Verbot für den Individualverkehr - wir brauchen die Menschen in der Innenstadt, denn sie machen unser Konstanz zu dem, was es ist.

Ideen wie der Busringverkehr, den die FW schon ins Rennen gebracht haben, bessere Takte, einfachere Ticketstruktur müssen in die Erkenntnisse aus den Untersuchungen aus Reutlingen mit einfließen, um hier für die Stadt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auch die Wege für den Radverkehr auf der Fahrradstraße und auf der Laube und an vielen anderen Stellen gehören klar definiert und an die Zukunft angepasst. Nach Konstanz zu kommen, muss auch in Zukunft nicht nur attraktiv bleiben, nein es muss ein Erlebnis werden. Der Besucher muss sich darauf freuen, nach Konstanz zu kommen und in aufgeregter Erwartung, was sich die Stadt diesmal für ihn ausgedacht hat, bereit sein, kleine Abstriche durch Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr, das Schiff oder das Fahrrad zu verzeihen. Der Mehrwert unserer Stadt liegt auf der Hand. Wo sonst kann man so schön den See, vielfältige Kulturangebote, Sport und Einkaufen miteinander verbinden wie in Konstanz?

Christian Kossmehl FW

 

Wo sind unsere Zebrastreifen hin

In unserer Nachbarstadt macht man immer wieder erstaunliche Erfahrungen. Nähert man sich zu Fuß einem Zebrastreifen, verlangsamen die Autofahrer das Tempo und halten rechtzeitig an. Ein freundlicher zustimmender Blickkontakt und man kreuzt beruhigt die Straße. Bei uns sind die Zebrastreifen aus dem Stadtbiuld weitgehend verschwunden. Sie mussten einer Flut von Ampeln weichen. Allein auf der Strecke von Emmishofer Zoll bis hin nach Allmannsdorf: 20 Ampeln! Auf der Strecken von eben diesem Zoll bis zum Helvetiaplatz (knapp 2 km) keine einzige Ampel, dafür 10 Zebrastreifen. Trotz oder gerade wegen der Ampeln habens die Fußgänger schwer. Einige Beispiele: Übergang Inselhotel/Inselgasse, dort wartet man lange, der Platz reicht kaum und kommt ein Zug - wirds richtig eng. Hier wäre ein Zebrastreifen segensreich. Schlimm auch die Bedarfsampeln. Wenn man diese bedient, wirds erstmal rot und man wartet und wartet. Wenn dann kein Auto mehr kommt, gehen die Ungeduldigen bei Rot über die Straße. Zebrastreifen wären auch hier ein Segen, zum Beispiel an der LAube/Schnetztor/Bodanplatz/Tannenhof etc. Also einfach mehr weiße Farbe auf die Straße und weniger Ampeln. Das spart Geld, Zeit und Frust und führt ganz nebenbei zu einer verständnisvolleren Kommunikation zwischen Autofahrer und Fußgänger

Dr. Ewald Weisschedel


 

Grundstücke in Erbpacht?

Die Möglichkeit, Grundstücke in Erbpacht zu vergeben, wurde in früheren Jahren mehr genutzt als heute. Damals war die Erbpacht grundsätzlich eine echte finanzielle Entlastung für Erbpachtnehmer. Erbpachten zu wenigen hundert Euro im Jahr war eine willkommene Möglichkeit, die Finanzbelastung bei einem Neubauvorhaben zu senken. Heute muss ein Erbpachtnehmer mit einer deutlich höheren finanziellen Belastung pro Monat rechnen. Die Vergabe der Erbpacht durch die Stadt Konstanz oder die Spitalstiftung belasten gerade im Mietbereich Mieter übergebührend. Die WOBAK muss bei einem Erbpachtgrundstück grundsätzlich auf die Laufzeit gesehen deutlich höhere Kosten in Form von Mietforderungen auf ihre Mieter umlegen. Genau die gleichen Belastungen treten für viele Eigenheimbesitzer auf. Die Sorge einiger Gemeinderäte, durch den Verkauf dieser Grundstücke würde der Spekulation der Boden bereitet werden, ist falsch. Durch entsprechende Verkaufsbedingungen kann der Spekulation durchaus Einhalt geboten werden. Grundstücke von zentraler Bedeutung oder an exponierter Lage müssen nicht verkauft werden. Für die Eigenheimbesitzer in ihren Einfamilienhäusern (die über Jahre in Familienbesitz sind), die aus eigener Kraft in den Erhalt investiert haben, ist die Erbpacht eine Belastung. Diese Grundstücke sollen den Bewohnern zum Kauf angeboten werden. Mit den Erlösen hat die Stadt wiederum die Möglichkeit, neue Grundstücke zu erwerben (z.B.Hafner)und entsprechende  Mehrflächen in ihren Besitz zu überführen. Wir Freien Wähler sind eindeutig für eine offene Grundstückspolitik für alle:  für die Stadt und für seine Einwohner.

Jürgen Faden FW


 

Die Kirche im Dorf lassen

Wir haben den Klimanotstand ausgerufen- einstimmig. Die Konzentration auf den Erhalt unserer Umwelt ist selbstverständlich jede Anstrengung wert und muss jederzeit im Blick unseres Handelns sein. Doch über dieses Ziel hinaus schießt in letzter Zeit manches Ansinnen einzelner handelnder Akteure. Aus Klimaschutzgründen auf das Feuerwerk verzichten? Von den Handwerkern verlangen, dass sie mit Elektrorädern zu ihren Kunden fahren? Den Bürgerinnen und Bürgern verbieten, mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren?
Nein dafür stehe ich nicht. Wenn wir vom Handwerk unserer Arbeit gewissenhaft nachkommen wollen, dann müssen wir mobil sein. Die meisten Konstanzer Betriebe sind dabei auf schwere Fahrzeuge angewiesen, weil Baumateriel oder Werkzeug transportiert werden muss. Bereits jetzt können Sie in unseren Straßen Handwerkern auf Lastenrädern begegnen, die dies gerne freiwillig und bei richtiger Gelegenheit einsetzen. Die Feinstaubbelastung durch das Seenachtfest ist, verglichen zum Beispiel mit der durch die Silvesterknallerei, marginal. Aber das Fest gehört zu unserer Stadt, es hat Strahlkraft weit über unsere Stadtgrenzen hinaus. Und wollen wir wirklich unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger aufs Fahrrad zwingen, um Einkäufe zu erledigen? Natürlich nicht!
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass inzwischen mehr Menschen in unserer Stadt mit dem Fahrrad unterwegs sind als mit dem Auto. Dazu bedurfte es keines Zwangs. Wir sind mündig genug, um unser Verhalten ohne Druck und Zwangsmaßnahmen umzustellen. Die Stadt muss Anreize schaffen, um den Bürgerinnen und Bürgern den Weg zu ebnen. Und dabei soll man bitte die Kirche im Dorf lassen - purer Aktivismus führt nicht zum Ziel.

Jürgen Faden Stadtrat Freie Wähler


 
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